Stimmt, zurzeit achte ich wirklich vermehrt, ob ich in den Medien Aspekte zu nachhaltiger Entwicklung antreffe.
In dieser Woche habe ich wenig TV geschaut, so dass ich nichts nennen kann, was im Fernsehen für Themen zu nachhaltiger Entwicklung angesprochen wurde. Vom Radio lasse ich mich eher berieseln, darum habe ich keine Ahnung mehr, ob dort in den Nachrichten etwas zu nachhaltiger Entwicklung gesagt wurde.
In den Printmedien jedoch kann man tagtäglich Berichte zu dieser Thematik entnehmen. Hab ich doch die folgende Schlagzeile gelesen: Abenteuerlich – Ökotourismus für Superreiche in Patagonien. Im Text steht das Superreiche Patagonien auf Luft-, Wasser- und Landwegen erobern können. Man kann also in der unberührten Gegend am Wasser Fische fangen und je nach Lust und Laune dazu einen Champagner geniessen. Den reichen Touristen steht auch der Helikopter zur Verfügung mit dem über Fjorde, Gletscher oder Seen geflogen und eine fantastische Aussicht geboten wird. Ebenso können sich die gut betuchten Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff ausruhen, welches sie von einem zum anderen Ort bringt. Das Kreuzfahrtschiff ist mit neustem Komfort ausgestattet. So können die Möchtegern-Abenteurer auf ein wenig mehr Komfort zurückgreifen als die Ureinwohner der Gegend!
Nun also der Bezug zum Nachhaltigkeitsdreieck. Es zeigt mir einfach auf, dass die Ökonomie einen starken Einfluss auf die Ökologie hat. Wer genug Geld hat, befiehlt und kann sich in den Ferien in der unberührten und wunderschönen Natur ausruhen und Energie tanken. Die Superreichen müssen dabei nicht mal auf ihren standardgemässen Luxus verzichten. Es wird Unmengen von Geld ausgegeben, damit diese Menschen dort ihre Ferien verbringen können. Dabei ist es egal, dass alles extra aufs Schiff eingeflogen werden muss, dass viel Abfall produziert wird, da alles sicher verpackt ankommen muss. Es ist so widersprüchlich, einerseits möchten diese Leute unversehrte Gegenden sehen, andererseits wird soviel Umweltverschmutzung betrieben mit diesem Ökotourismus, dass man es gar nicht mehr so nennen kann!
Ein anderes in den Printmedien viel diskutiertes Thema ist der Klimawandel. Steht doch in einer Zeitung: Der Weizen macht der Zitrone Platz. Da fragt man sich wirklich ob der Klimawandel uns schon im Griff hat... . Der ETH-Professor Andreas Fischlin meint in der Zeitung dazu: „Es ist nicht eindeutig als Folge des Klimawandels zu sehen. Das ist nur in einem statistischen Sinne möglich. Es passt jedoch zu dem, was wir erwarten.“
Dies bedeutet für mich, dass wir in Zukunft wirklich damit rechnen müssen, dass man in der Schweiz nicht mehr Äpfel, Birnen und Aprikosen pflückt, sondern Kiwi, Ananas und Zitronen. Was jedoch verlockend und exotisch tönt, hat trotzdem einen bitteren Nebengeschmack. Es kann doch nicht sein, dass die Äpfel zur Minderheit werden, dass einige einheimische Schmetterlinge dem Klimawandel nicht mehr gewachsen sind und wir nur noch exotische Insekten beheimaten. Da braucht man ja nicht mehr in die Ferien zu gehen, es wird ja überall alles gleich! Verglichen mit dem Nachhaltigkeitsdreieck zeigt es mir auf, dass die drei Hauptpunkte starken Einfluss aufeinander haben. Jeder Punkt beeinflusst den anderen.
Der Reisetourismus vor allem dieser spezielle Ökotourismus produziert enorm viel Abfall. Unglaublich, es werden keine Kosten gescheut, damit diese Leute viel Geld verprassen können und dann nichts als Abfallbergen zurücklassen. Diese müssen wieder beseitigt werden, was auch Kosten verursacht und wahrscheinlich wird vieles auch in dieser unberührten Gegend von Patagonien zurückbleiben. Was diese Leute nicht schert... Anstatt, dass sie Teile ihres Vermögens in die Erhaltung der Natur spenden würden, verschlechtern sie die Natur!
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1 Kommentar:
Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, was du über den sogenannten Ökotourismus in Patagonien geschrieben hast. Irgendwie finde ich, dass diese Art der Bereisung eines Landes für einen Grossteil der heutigen Gesellschaft steht. Natur ja, aber nur, wenn ich auf nichts verzichten muss. Die Unmengen an Abfall, die du angesprochen hast werden "gerne" in Kauf genommen. Es scheint als ob das Wort Ökotourismus gebraucht wird, um den Superreichen ihr schlechtes Gewissen zu nehmen. Leider ist es nicht nur unter den reichen Menschen so. Auf meinen Reisen habe ich immer wieder erlebt, wie sorglos mit den Menschen, Tieren und Pflanzen in einem fremden Land umgegangen wurde. Ganz nach dem Motto: "Was kümmerts mich, nach zwei Wochen bin ich ja eh nicht mehr hier." Es stimmt mich sehr nachdenklich, dass es immer noch Menschen gibt, die nicht verstandne haben, wie alles auf unserem Planeten zusammenhängt. Ökotourismus wäre sehr löblich, aber der Begriff sollte nicht als Deckmantel dienen, um Umweltsünden schön zu reden...
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